Keinen Meter für „Querdenken“!

Am 06.12.20 gemeinsam auf die Straße, gegen NS-Verbrechen-Relativierung, Verschwörungserzählungen und Antisemitismus.

Die nach ganz weit rechts offenen „Querdenker“ rufen bereits seit Oktober für den 6. Dezember 2020 ab 13:00 Uhr zu einer „Giga“-Demo („Kundgebung & Spaziergang“) in Düsseldorf („Gelände Nähe der City“) auf. Die aktuellen Infektionszahlen ignorierend, allerlei Verschwörungserzählungen zugewandt und komplett fakten- und beratungsresistent schwafeln die Pandemieleugner*innen von einer aktuell herrschenden, seit Jahren vorbereiteten „Corona-Diktatur“. Ja sogar – die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands verharmlosend und relativierend und damit die Opfer verhöhnend – von einem nahenden „Corona-Faschismus“ und einer hieraus resultierenden Notwendigkeit eines „Volksaufstandes“ und „System-Umsturzes“. Diverse extrem rechte bis neonazistische Gruppierungen, Antisemit*innen und rechte Hooligans fühlen sich angesprochen, bei einem solchen „Volksaufstand“ dabei zu sein. Distanzierungen von „Querdenken“ von „extremistischer Rechtsradikalität“ erwiesen sich bisher als reine Schutzbehauptungen und wurden nicht umgesetzt. Mit Blick auf den 6. Dezember besonders berufen fühlt sich die rechte Hooligan-Szene, die immer noch von einer Wiederholung des 26. Oktobers 2014 in Köln träumt. Damals lieferten sich fast 5.000 von ihnen – nach einen Demo-Aufruf der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) – eine Straßenschlacht mit der Polizei und griffen als „Nichtdeutsche“ und Linke wahrgenommene Menschen an. HoGeSa versteht sich als „Vorreiter des völkischen Widerstands“, als straßentaugliche Speerspitze, die voranschreitet und „dem Volk“ den Weg freimacht. Auch wenn HoGeSa heute mehr ein Label ist und keine Organisation, sind HoGeSa-Akteur*innen bestens untereinander vernetzt. Dafür, dass am 6. Dezember tatsächlich viele gewaltbereite rechte Hools erscheinen werden, sprechen nicht nur mehrere Aufrufe aus HoGeSa-Kreisen, sondern auch die Ankündigung des „Kategorie C“-Frontmanns Hannes Ostendorf, der in mehreren Interviews betonte, dass er und HoGeSa sich „gemeinsam wieder zeigen“ würden am 6. Dezember. KC ist die Hausband der rechten Hool-Szene und verfügt über eine enorme Mobilisierungskraft. Man wolle dafür sorgen, so Ostendorf etwas verklausuliert, „dass alle Menschen, die etwas zu sagen haben, die Angst haben,“ sich am 6. Dezember auf die Straße trauen könnten, um Präsenz zu zeigen. „Querdenken“-Demoanmelder Michael Scheele lässt das offen und spricht seinerseits von einer „Überraschung“, allerdings „nach Vorbild von Leipzig“.
Aufgrund der rechten Mobilisierung sowie der Ankündigung vieler in der Pandemieleugner*innen-Szene prominenter Redner*innen und Musiker*innen rechnen wir mit vierstelligen Teilnehmer*innenzahlen.

Bilder wie aus Leipzig, Frankfurt oder Berlin werden sich in Düsseldorf nicht wiederholen – am 06.12.20 gemeinsam, mit Maske und entschlossen auf die Straße! Keinen Meter den Querdenkern, rechten Hools, Reichsbürgern und Antisemiten!

Grabbeplatz, Altstadt, ab 12.30 Uhr

DSSQ kritisiert Polizeitaktik

Hooligan-Band kündigt sich für nächste Querdenken – Demo an

Die nach rechts offenen Pandemie-Leugner*innen von „Querdenken“ durften am Sonntag, den 15.11.2020 (Volkstrauertag), vor dem Düsseldorfer Rathaus zum Umsturz aufrufen. Teils ohne Mund-Nasen-Maske marschierten sie unter Polizeischutz von den Rheinwiesen in die Altstadt. Zuvor hatten die Polizei und Stadt Düsseldorf explizit eine Demonstration untersagt. Durch die Genehmigung der Versammlung am Rathaus fand de facto jedoch eine Demonstration über die Rheinbrücke statt. HoGeSa-Mitglieder und die neonazistische „Bruderschaft Deutschland“ waren unter den Teilnehmenden. Düsseldorf stellt sich quer blockierte eine Dreiviertelstunde lang den Marktplatz vor dem Rathaus. Um 17:30 Uhr drängte die Polizei den Protest ab.

Dazu erklärt Johannes Dörrenbächer, Sprecher von Düsseldorf stellt sich quer:

„Wir kritisieren, dass die Versammlungsbehörde den Corona-Leugner*innen und damit auch äußerst rechten Gruppierungen wie der Bruderschaft Deutschland einen Marsch durch Düsseldorf ermöglicht hat und damit die eigenen Ankündigungen konterkariert. Das Verhalten der Polizei ist insbesondere nach der scharfen Kritik am Einsatz in Frankfurt einen Tag vorher nicht nachvollziehbar.“

DSSQ sieht „Querdenken“ als inzwischen eindeutig rechts dominiert, auch gestern wurde das Label ‚Querdenken‘ von Verschwörungserzähler*innen und rechten Gruppierungen genutzt.

Für den 06.12.2020 mobilisiert Querdenken erneut. Für diesen Termin haben sich bereits Hannes Ostendorf von der extrem rechten Hooligan-Band „Kategorie C“ und erneut HoGeSa angekündigt.

„Die Polizei trägt die Verantwortung dafür, dass sich Bilder wie in Leipzig und Frankfurt in Düsseldorf nicht wiederholen. In Düsseldorf ist kein Platz für Antisemitismus und Rassismus“, ergänzt Julia von Lindern von Düsseldorf stellt sich quer.